Fibromyalgie

Frage:
Bei mir (weiblich, 57 Jahre) wurde Fibromyalgie diagnostiziert. Ich leide unter Schmerzen in den Schultern, im Rücken und in den Oberschenkeln. Nun soll ich ein Antidepressivum einnehmen, denn die Krankheit sei psychosomatisch.

Antwort:
Der Mensch ist eine Leib-Seele-Geist-Einheit. Es gibt keine »nicht-psychosomatischen Erkrankungen«. Anders formuliert: Alle Erkrankungen betreffen den Leib (Soma) und die Seele (Psyche).

Da die rein analytische Medizin die wahren Bedürfnisse der Patienten nicht erkennt und nur das Symptom kuriert, aber die Krankheitsursachen unbeachtet lässt, erreicht diese Medizin meist nur eine kurzfristige Beschwerdelinderung. Eine echte Heilbehandlung wird nicht angestrebt. In der medizinischen Fachliteratur findet man unter dem Begriff Fibromyalgie viele Synonyme, wie etwa Weichteilrheumatismus, Muskelrheumatismus, Fibrositis, fibromyalgisches Syndrom, Fibrositis-Syndrom. Unter Weichteilrheumatismus fasst man Erkrankungen der Muskeln, Bänder, Sehnen, Sehnenscheiden und Schleimbeutel zusammen. Es wird behauptet, die Ursachen seien noch ungeklärt. Die Betroffenen klagen über vielfältige, unspezifische Beschwerden: allgemeine Abgeschlagenheit, Schlafstörung, Körperschwäche, Steifigkeit, Schmerzen am ganzen Körper, Kopfschmerzen, Benommenheit usw …

Als Klassifikationskriterium gilt eine Druckschmerzhaftigkeit im Bereich von Sehnenansätzen oder Muskel-Sehnen-Übergängen an typischen Stellen. Physische oder psychische Traumata sollen das chronische Schmerzsyndrom auslösen. Gleichzeitig wird eine genetische Prädisposition postuliert. Andere Forscher gehen von neuroendokrinen Störungen aus.

Da so viele unspezifische Symptome mit der Diagnose »Fibromyalgie« assoziiert sind, wird bis heute diskutiert, ob die Beschwerden nicht doch einfach Ausdruck einer somatisierten Depression sind. Rheumatologen, Neurologen und Psychiater bemühen sich um eine differenzialdiagnostische Abgrenzung. Wegen der diagnostischen Unsicherheiten fehlt auch eine befriedigende Behandlungsstrategie. Für die Schulmedizin besteht die Lösung des Problems in einem multimodalen Therapiekonzept. Dies umfasst verhaltenstherapeutische, psychiatrische, physikalische und medikamentöse Therapiemaßnahmen. Einen wichtigen Schritt sieht man in der Schmerzbekämpfung.

Auffällig ist, dass Patienten mit muskuloskelettalen Schmerzsyndromen auf verschiedene Therapiekonzepte sehr unterschiedlich ansprechen. Von einer bestimmten Therapieform profitiert immer nur eine Untergruppe von Schmerzpatienten. Erfahrene Schmerztherapeuten kommen zu dem Schluss, dass es die Therapie für alle Patienten nicht gibt.

Da die etablierte Medizin keine ursächliche Heilbehandlung anbietet, wenden sich viele Patienten von der »Schulmedizin« ab und suchen ihr Heil in alternativen Therapieformen. Doch die Therapieangebote bleiben fast immer symptomatisch. Bei jedem neuen Versuch, Hilfe zu bekommen, erfährt der Patient eine andere Hypothese über seine Krankheit. Schließlich kommt es zur Resignation, da scheinbar keiner helfen kann. Chronisch Schmerzkranke haben oft eine lange »Arzt-Karriere« hinter sich und nicht selten geben sie ein Vermögen für ominöse Heilmethoden aus.

Dr. Max Otto Bruker verfolgte bei der Behandlung von Rheumatikern ein eindeutiges Therapiekonzept. Die Basis der Behandlung ist eine vitalstoffreiche Vollwertkost, je nach Schweregrad der Krankheit eine vollwertige Heilkost (Frischkosternährung). In vielen Fällen wird eine deutliche Besserung erreicht, wenn der Kranke sämtliche Tiereiweißprodukte (Fleisch, Wurst, Fisch, Quark, Eier, Käse, Milch und Joghurt) meidet. Entscheidend für die Verhütung und Behandlung der Erkrankungen des Bewegungsapparates ist die Vermeidung der durch Erhitzung, Konservierung und Präparierung veränderten Nahrungsmittel und stattdessen der reichliche Verzehr von naturbelassenen Lebensmitteln. Ein reine Frischkosternährung über lange Zeit verspricht den größten Erfolg. Auch eine Fastenkur kann sich als einleitende Maßnahme eignen. Homöopathie, Kneipp’sche Maßnahmen, Sauna und örtliche Anwendungen (Schröpfen, Baunscheidtieren, Heublumensack) ergänzen den Behandlungsplan.