Rosmarin

Frage:
Ich schätze Rosmarin als Gewürz in der Küche. Hat es auch eine medizinische Wirkung?

Antwort:
Rosmarin ist eine typische Pflanze der Mittelmeerländer. Der Rosmarinstrauch riecht sehr aromatisch. Die kleinen blassblauen Blüten werden gerne von Bienen angeflogen, weil sie ihnen viel Nektar liefern. Rosmarin ist nicht winterhart. Dafür zieht man ihn lieber in Töpfen.

Sebastian Kneipp schätzte den Rosmarintee sehr: »Pflanzt man, was man essen kann, warum soll man nicht auch pflanzen, was heilen kann?« Kneipp war ein Kenner auf dem Gebiet der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie). Verwendung finden der Tee, der Rosmarinwein und das Rosmarin-Bad. Rosmarin wirkt tonisierend auf den Kreislauf. Rosmarin ist auch ein vorzügliches Magenmittel. Bei Oberbauchkoliken, bei Rheuma und Gicht hat sich die innerliche und äußerliche Anwendung von Rosmarin ebenfalls bewährt. Natürlich sollte zuerst immer die Ursache der Erkrankung gefunden und wenn möglich abgestellt werden.

So wird der Rosmarintee zubereitet: 1 Teelöffel Rosmarinblätter mit 1/4 Liter heißem Wasser übergießen und abgedeckt 10 Minuten lang ziehen lassen. Besonders angezeigt ist der würzig-aromatische Tee bei Verdauungsbeschwerden und Grippe. Auch die äußerliche Anwendung von Rosmarin ist sehr beliebt. Die aufweckende, kreislaufanregende und
gedächtnisverbessernde Wirkung nutzt man beim Rosmarin-Aktivierungsbad.
Es wird morgens oder vormittags 1 – 2 x wöchentlich durchgeführt. (Badedauer 15 – 20 Minuten, Wassertemperatur 37 °C). Ätherisches Rosmarinöl hat eine anregende durchblutungsfördernde Wirkung. Bei verspannter Muskulatur im Nacken-Schulter-Bereich ist eine Einreibung mit Rosmarinöl sehr wohltuend.

Eine erfrischende und aufmunternde Übung ist die kalte Ganzwaschung, die man morgens unmittelbar nach dem Aufstehen durchführt. Am besten stellen Sie sich einen kleinen mit kaltem Wasser gefüllten Eimer schon abends ans Bett. Morgens nach dem Aufwachen geben Sie einige Spritzer Rosmarin-Bademilch ins Wasser und waschen sich dann zügig ab (in
Längsstrichen von der Peripherie der Extremitäten zum Stamm; siehe »Meine Kneipp-Fibel – Gesundheit aus einem Guss«, emu-Verlag).

Literatur: Leitfaden der Phytotherapie, Urban u. Fischer, 2. Aufl.